Wurde vor Corona richtig gewirtschaftet?

Ich höre die Tage immer wieder, dass gerade große Firmen, die nach eigener Aussage gut liefen, durch Corona in Existenznöte kommen.

Auf dem Wirtschaftsgymnasium habe ich etwas von Rücklagen gelernt und dass für schlechte Zeiten vorgesorgt werden muss. Ist das heute nicht mehr so?

Es gibt sicher Firmen, die vorher gerade so leben konnten und durch Corona kam durch einen Umsatzeinbruch der Todesstoß, von denen rede ich nicht. Sondern von Firmen, die in einem Umfeld agieren, in dem richtig Geld verdient wird und ggf. richtig große Dividenden ausgeschüttet werden (kurz vor der Krise bei Lufthansa ja noch einmal).

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass hier Misswirtschaft betrieben wurde. Gewinne wurden nicht in nachhaltiges Wirtschaften, Rücklagen und den Ausbau der Firma gesteckt, sondern in Dividenden und Managergehälter. Ist mein Bauchgefühl Neid des kleinen Mannes oder ist hier doch was dran? Sollten diese Unternehmer, die am oberen Ende der Gehaltsschere stehen, nicht zur Rechenschaft gezogen werden? (Also nicht bestrafen, sondern im Sinne des Wortes Rechenschaft über ihr Handeln abgeben und Verantwortung dafür übernehmen)

Noch mal sei erwähnt, dass beispielsweise Trigema ganz offen sagt „wir schaffen das auch ohne staatliche Hilfen“. Was machen die anders? Warum wird in den Massenmedien so wenig diskutiert, ob vor dem Retten erst einmal die Aufarbeitung steht, warum das Unternehmen wegen drei Monaten Einkommensminderung vor dem Bankrott steht?

Mein Bauchgefühl sagt auch, dass es falsch ist, dass wir Kunden Produkte zu einem Teil-Preis kaufen. Also nicht den vollen Preis des Produktes bezahlen, sondern nur einen Teil und den Rest zahlt die Umwelt, die Arbeiter im Ausland und alle, die eben weniger bekommen, als für deren gutes Leben notwendig wäre, aber das ist ein anderes Thema. Nur, dass gerade die Firmen, die in Billiglohn-Ländern produzieren jetzt gerettet werden müssen ist doch komisch.

Als letzter Gedanke noch ein Spruch, den ich gelesen habe. Und noch einmal die Frage, wer eigentlich „die Wirtschaft“ ist.

„Die Wirtschaft bricht zusammen, wenn wir nur noch das kaufen, was wir brauchen“

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