Messenger

Wie wähle ich einen Messanger aus? Was sind die Kriterien und welcher passt zu mir?

CC0 von Pixabay

Einleitung

Die folgenden Worte dienen als Anregungen, wie eine mündige und zukunftsträchtige Technik zum sozialen Austausch durch Messenger und wie eine Antwortmöglichkeit auf die gestellte Frage aussehen kann. Vor dem Lesen bitte Über Medienfragen lesen.

Aspekte

Zusätzlich zu den allgemeinen Aspekten zur Bewertung von Programmen, gilt es bei Messengern folgende heranzuziehen:

Account und Telefonbuch

Der Account kann entweder an eure Handynummer gebunden sein oder ganz frei davon. Gerade, wenn der Account an die Handynummer gebunden ist, laden viele Messenger euer Telefonbuch auf den Server der Firma, um zu schauen, wer diesen Messenger noch verwendet und euch diese Kontakte zu zeigen.

Verbreitung

Selbstverständlich ergibt ein Messenger für einen selbst nur dann Sinn, wenn das Umfeld diesen auch nutzt. Zwar ist es heute kein Problem mehr mehrere Apps für eine Funktion zu installieren, doch möchte man vermeiden zu viele Messenger mit jeweils wenigen Kontakten zu führen. Dieser kleine Biss in einen etwas sauren Apfel lässt sollte jedoch abgewogen werden, wenn man weg vom Marktführer und hin zu einem selbstbestimmten Medienleben kommen möchte.

Fazit und Empfehlung

Der Marktführer schneidet abgesehen von den greifbaren Aspekten, wie der Nutzerfreundlichkeit nicht gut ab. Denn, wie besprochen, ergibt eine Verschlüsselung nur in Verbindung mit freier Software wirklich Sinn.

Nach den oben genannten Kriterien ergeben sich Signal und XMPP/Jabber als „Testsieger“ und können zum momentanen Zeitpunkt empfohlen werden.
Wire schneidet gut ab, zeigt aber im Alltag seine Schwierigkeiten.

Vergleich ausgewählter Messenger

Zentral aber empfehlenswert: Signal

Diese Begründung befindet sich derzeit im Baustellenmodus.

Signal …

Die dezentrale, echte Alternative: Jabber/XMPP

Diese Messengerstruktur ist dezentrei aufgebaut und basiert auf freier Software und freien Standards. Somit kann hier Kants kategorischer Imperativ angewandt werden. Wenn alle XMPP nutzen, dann entsteht etwas Gutes. Denn im Gegensatz zu den meisten Alternativen wie Threema, Telegramm und co. ist Jabber dezentral aufgebaut, das heißt, es wird niemals eine Firma oder eine Person geben, die alle Daten erählt. Missbraucht eine Organisation Daten eines kleinen Kreises aus dem Netzwerk, so wird sie nicht mehr genutzt und das System besteht weiterhin.

Doch warum ist Jabber dann noch nicht absoluter Standard? Es gibt für die Smartphones und Computer nicht nur ein Programm, sondern die XMPP Struktur kann mit vielen Programmen betrieben werden. Diese Freiheit führt allerdings dazu, dass nicht alle Programme das gleiche können und auch nicht perfekt miteinander kommunizieren können, gerade, wenn es um Bilder, Video und Sprachnachrichten geht.
UND mit XMPP lässt sich nicht so gut Geld verdienen!

Jabber funktioniert unabhängig von eurer Handynummer und es wird auch euer Telefonbuch bei den meisten Clients nur optional hochgeladen.

Wer es testen möchte dem empfehle ich für Android Conversations und für Apple Chatsecure.
Beide funktionieren über das XMPP Netzwerk (Protokoll).
Wikipedia: XMPP/Jabber

(Es sei gesagt, dass XMPP nicht die Einzige echte Alternative ist. SIP, Matrix … )

Warum sind Alternativen zu Whatsapp interessant?

Whatsapp baut technisch ürsprünglich auf XMPP auf, leider dürfen nur Whatsappnutzer „mitmachen“ und andere XMPP-Nutzer nicht. Das Programm ist eines der fortschrittlichsten und in unseren Breitengraden sicherlich eines der am weiten verbreitetsten. Doch genau wegen der Verbreitung, muss darauf geschaut werden, welche Daten die dahinterstehenden Firmen (WhatsApp Inc.  und Facebook) erhalten. Der Messanger ist zentral, der Datenschutz ist nicht besonders gut, die Datensicherheit (zu wenig Wissen) wird schon in Ordnung sein und der Umgang mit dem Urheberrecht ist durch den Verkauf von euren Bildern lausig. Die Ende-zu-Ende Verschlüsselung kann nicht überprüft werden, da alles keine freie Software ist.
Wikipedia: Whatsapp

Warum nicht …

Threema? Der Client ist closed Source und auf manchen Plattformen Kostenpflichtig. Ansicht funktioniert er recht gut und lädt nur optional euer Telefonbuch hoch.
Wikipedia:Threema

Telegram? Ursprünglich aus Russland und nun wohl in Dubai ansässig, ist dieser Messenger sehr leicht bedienbar und hat nette Animationen und Emoticons eingebaut. Nur sind Standardgespräche nicht verschlüsselt und die Serverstandorte scheinen größtenteils außerhalb der EU zu sein.
Wikipedia: Telegram

Wire? Dieser wurde zu Beginn dieser Seite als „Testsieger“ geführt. Mittlerweile haben viele Tests ergeben, dass er nicht so alltagstauglich ist. Gerade das Erstellen von Gruppen war erstaunlich aufwändig. Vom Datenschutz her ist er in Ordnung. Darum steht er auch noch in der obigen Tabelle, ohne jedoch eine Empfehlung für Neu-Alternativler auszusprechen – in Abhängigkeit der Peergroup natürlich.

Matrix? Matrix ist ebenfalls ein Messenger (-Protokoll) mit Messengerconvergenz in dezentraler Form. Meine Tests liefen bisher stets darauf hinaus, dass sich die gesamte Struktur nach „sehr gut aber noch nicht ganz marktreif im Sinne von massentauglich“ anfühlt.
Wikipedia: Matrix

Zum Weiterlesen

Liste von Jabber/XMPP Clients (Wikipedia)
Liste von mobilen instant Messengern (Wikipedia)

Ps. Es gibt die message und den Messenger. (Schreibweise)

Kleingedrucktes
Das obige bild ist von pixabay und CC0 lizenziert.
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