Hochfrequente Felder und die Gesundheit

2003 haben wir eine Bürgerinitiative gegründet und gegen die „bösen“ UMTS Türme demonstriert. Wichtiger, als die Tatsache wogegen man war, war es, dass viele Informationen ausgetauscht wurden und viel diskutiert wurde. (Und ich rede jetzt abseits von Verschwörungstheorien oder so)

Ich persönlich fand das sehr schön, da eben nicht alles hingenommen, sondern vieles hinterfragt wurde. Es kam 3,9G und 4G und nun hängt in Karlsruhe auf dem 1und1 Gebäude eine 5G Antenne.

Abgesehen von der Art der Strahlung hat sich auch die Menge der durch die Luft gesendeten Daten erheblich erhöht. Lieblingssport von manch einem ist es überall Youtube zu schauen. Züge haben eine durchgehende Anbindung und Funktürme werden schon lange nicht mehr als Kamin oder als Baum getarnt, sondern stehen als Wahrzeichen auf jeder dritten Erhebung. Es gibt Hybrid-Tarife – in meinen Augen eine perfekte Sache, um den kabelgebundenen Breitbandausbau zu verhindern und trotzdem schnelles Internet anbieten zu können – bei denen der Router sich ein paar Megabyte die Sekunde per Funk zum DSL dazu holt, wenn die Geschwindigkeit benötigt wird. Also Funkaufkommen beim Festnetzanschluss.

Gerade lässt sich Golem darüber aus, dass Telefonica nun echte Flatrates ohne Volumenbeschränkung für ausgesuchte Mobilfunktarife anbietet. Hiermit ist der mobile Datenkonsum des Menschen nun ohne Limit möglich. Was unser Konsumverhalten bewirkt wird von manchen ernst genommen aber von vielen ignoriert. Große Datensammler werden es den Nutzern auf jeden Fall danken. Ach und eine tolle neue Möglichkeit ist natürlich, dass man sein Handy dauerhaft als W-Lan-Hotspot verwenden kann. Alse LTE und WLAN für ein bisschen Internet.

Doch wo ist eigentlich die Vorsicht geblieben? Selbst Langzeitstudien über die Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern sagen, dass man über Langzeitwirkungen noch nichts weiß und, dass doch Vorsicht besser als Nachsicht wäre.

Irgendwie ist da noch der Aspekt des „soll mein Verhalten Auswirkungen auf andere haben?“. Wenn ich mein W-Lan einschalte und in meinem Einfamilienhaus rumfunke, dann ist das meine Sache. Wenn ich das 4G Netz voll auslaste, dann geht es da immer auch um andere.

Wäre es nicht sinnvoll wir erziehen unsere Kinder zur Datensparsamkeit – überall, aber gerade beim Funk – und leben das vor? Aus Gründen des gesunden Konsumverhaltens, der ausgewogenen On- und Offline-Lebenszeit, aus so vielen anderen Gründen und eben auch aus gesundheitlichen Gründen in Bezug auf Strahlung. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät, dass man beim Kauf von Geräten auf einen niedrigen SAR-Wert achten soll. Warum eigentlich, wenn doch alles komplett harmlos ist? Und warum stehen in Gebrauchsanleitungen von Routern und Handys eigentlich immer Vorgaben drin, die eine Nutzung fast unmöglich machen, wenn man sich an alles hält – wenn doch alles so harmlos ist?

Nicht verwechseln, ich rede nicht von Angst machen, sondern von vernünftigem Konsum. Abseits der kurzfristigen Bedürfnisbefriedigung, deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft wir noch gar nicht erahnen.

Offensichtlich ist, dass nun meine einjährige Tochter zur Langzeitwirkungs-Studie beitragen wird, denn wir leben keine 200M von einem Funkturm entfernt. Was heute wohl gar nicht mehr so ungewöhnlich ist. Oder sehe ich das alles zu pessimistisch und die Diskussion ist ruhig geworden, da es nichts zu diskutieren gibt?

Golem Artikel
Bundesamt für Strahlenschutz
http://www.emf-forschungsprogramm.de/ (Langzeitstudie von 2002 bis 2008)

2 Gedanken zu „Hochfrequente Felder und die Gesundheit

    1. Timotheus Beitragsautor

      Hallo David,

      mit dem gleichen Argument sind wir tatsächlich zu dem Anbieter gewechselt, dem der Turm gehört. Aber ich persönlich verwende mein Handy kaum und meine Partnerin wenig. Mein Handy kann ich beeinflussen und ein- und ausschalten, wie ich das will. Den Turm nicht.
      Ein anderer Aspekt ist eben die Dauerbelastung. Wenn der Körper nicht entspannen kann, ist das anscheinend nicht gut.

      Aber danke dir für den Hinweis

      Timotheus

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