Ganzheitliche Medienberatung

Im Folgenden gebe ich die Gedanken und Theorien wieder, die zu meiner persönlichen Definition von Ganzheitlicher Medienberatung geführt haben. Dabei beleuchte ich, welche Aspekte der jeweiligen Theorie für mich wichtig waren und wie ich sie ausgelegt habe.

Das Medium

Das Medium. Zwar gilt die folgende Logik für alle Medien, an dieser Stelle beschränken wir uns aber auf die sogenannten Neuen Medien. Demnach gilt das Medien als überträger und wird in drei Ebenen aufgeteilt.

Der Medienträger stellt dabei das Gerät, bzw. das Material dar, auf dem Inhalte übertragen werden. Das kann ein Tablet, ein Smartphone, Zeitung, Bücher, Luft (für Sprache), Steinplatten oder vieles andere sein. Die Medienform beschriebt ob der Inhalt in Form eines Bildes, Texts, Videos, Vibrationen oder etwas ganz anderem geformt wird. Der Medieninhalt schließlich ist die Information, bzw. die Nachricht die übertragen wird.

Das Medium ganzheitlich betrachtet

Eine ganzheitliche Herangehensweise, wie ich sie definiere, betrachtet mehr als nur das Medium an sich. So wird zusätzlich der Mensch vor dem Gerät betrachtet. Die Auswirkungen auf den Menschen, der das Medium nutzt, seine Psyche, sein Verhalten uvm., ebenfalls werden die Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes unter die Lupe genommen. Schlagworte sind der digitale und ökologische Fußabdruck, Meinungsbildung, Datenschutz, Datensicherheit und vieles Mehr.

Auf der anderen Seite des Mediums steht der Herausgeber. Wer steht hinter einem Medium? Ist es ein globaler Konzern oder einzelne freiwillige Programmierer? Was sind die Motive des jeweiligen Herausgebers? Die Skala der Motive reicht von rein Ideellen bis hin zu rein Monetären. Hier sind die Schlagworte, Zentrierung von Geld, Macht, Beeinflussung von Meinungen, freies Wissen, Freie Software, freie Standards, freie Bildung und vieles mehr.

Medienkompetenz

Bernd Schorbs Definition von Medienkompetenz ist mein persönliches Axiom. Das bedeutet, dass ich so lange diese Definition verwende, bis ich eine andere besser finde. Seit 2014 ist das allerdings nicht geschehen. Zuerst gilt es Wissen aufzubauen. Wissen über die Funktion von Medien und Wissen darüber, wie man sie benutzt. Daneben gilt es Wissen über Strukturen von Medien zu sammeln. Zweifelsohne gehört das Internet zu einer der größten und beeindruckendsten Strukturen, die wir haben. Am Schluss gilt es sich selbst zu orientieren. Wo stehe ich persönlich mit meinem Wissen? Ganz im Sinne von „Ich weiß, was ich nicht weiß“ (Sokrates), gilt es herauszufinden, ob das eigene Wissen wirklich Bestand hat, und die Quellen des Wissens gut sind.

Im Rahmen seines Wissensstandes, den man durch das Orientierungswissen reflektiert, folgt nun die Bewertung. Hierbei liegt viel Gewicht auf der Auswahl der Medien, die man nutzt. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um Hardware, Software, Dienste oder Einkaufwege bis hin zur Entsorgung handelt. Bewertung geschieht am Besten durch Diskussion und nicht ausschließlich zu Hause im Kämmerlein.

Das Handeln rundet die Medienkompetenz nach Schorb ab. Ist Wissen vorhanden und hat in diesem Rahmen eine Bewertung stattgefunden, folgen keine Ausreden und ein stringentes Handeln.

Der Kategorische Imperativ und Medienmündigkeit

Hinter dem Kategorischen Imperativ von Immanuel Kant steht die Frage, ob es gut ist, wenn alle so handeln, wie ich. Zudem hat er uns den Begriff der Mündigkeit geschenkt – das Vermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Dies wurde von aktuellen Medienpädagogen auf die Medienmündigkeit übertragen – Medienmündig ist demnach, wer die Medien möglichst beherrscht und sich wenig von ihnen beherrschen lässt.

Ganzheitliche Medienberatung

Verbinden wir alles bisher vorgestellte. Der Ganzheitlichen Medienberatung, so wie ich sie verstehe und anbiete, liegt zugrunde, dass mehr als nur das Medium an sich bewertet wird. Im Lichte der Sozialen Dreigliederung und anderen Wertesystemen werden die Auswirkungen des eigenen Bewerten und Handelns auf Wissen aufgebaut und stets daran nachjustiert, wie unsere Gesellschaft aussehen würde, wenn alle so handeln, wie ich.