Einkaufen im Internet – aber richtig

Zur Zeit ist eine ganz neue Welle von Verantwortung-Moral über uns hereingebrochen. Damit meine ich, dass im Fernsehen ein Kamerateam zu einer Person nach Hause kommt und ihn dabei „erwischt“, wie er 100 Packen Klopapier hat und das für viel Geld verkauft. Natürlich zeigen sie mit dem Finger auf ihn und nennen es zutiefst unmoralisch.

Wie denkt dieses Kamerateam eigentlich, dass seine Miete berechnet wird? Wie kommt wohl ein Preis in unserer Volkswirtschaft zustande? Natürlich durch Angebot und Nachfrage und wenn der Klopapierverkäufer das legal macht und vor Corona eingekauft hat, dann soll mir bitte mal einer den Unterschied zu alledem erklären, was täglich an der Börse oder jeder anderen Preisbildung passiert – also wenn die Börsen wieder eröffnet sind.

Natürlich geht das gleiche Kamerateam nach Hause und kauft dann bei Amazon ein. Und genau darum soll es gehen. Denn der zweite Punkt, der gerade sehr gehypt wird, ist dass Krankenschwestern und Verkäufer tausendfach gedankt wird und Altenpfleger eine Provision bekommen sollen. Ich persönlich glaube es wäre viel besser, wenn wir daraus lernen würden und die Regierung wieder viel mehr auf Gewerkschaften und Tarifverträge setzen würden. Wenn wir einfach keine so niedrigen Niedriglöhner mehr hätten. Ich will mich nicht für Sozialismus aussprechen, aber die Schere der Gehälter könnte durchaus etwas zusammen gehen. Denn dann hätten die Pfleger, Verkäufer usw. wirklich etwas davon. Eine Provision ist ein psychologisches Dankeschön, ein faires Gehalt wäre etwas Echtes.

Kommen wir zu Amazon. Ein anderer Fernsehbericht teilte mir mit (oh was hab ich zur Zeit für qualitative Quellen für mein Wissen), dass Amazon zu den Krisengewinnern zählt. Also fassen wir mal zusammen, weil wir alle den Krankenschwestern und Verkäufern so dankbar sind, kaufen wir da ein, wo garantiert viele Menschen super schlecht bezahlt werden, miserable Verträge haben und gerade in den USA absolut austauschbar sind, wenn sie mal krank werden.

Doch wo sonst einkaufen, die Läden sind zu? Naja, bei lokalen Onlineshops. Lokal meint damit Deutschland oder Europa und die Verteilung der Orte an denen wir einkaufen und nicht alle beim Gleichen. So kann man über idealo (auch fragwürdig, wegen Datenschutz) schauen, wo es etwas günstig gibt und dann dort kaufen, wenn einem die letzte Stelle hinterm Komma echt so wichtig ist. Meinpacket.de ist ja leider schon wieder weg vom Markt. Aber es gibt unzählige Onlineshops von kleinen und auch großen Läden (Saturn, Mediamarkt, Kab24 (für Kabel)…) die man einfach nur finden muss. Zeit haben jetzt ja viele von uns.

Also meine Verantwortungs-Botschaft lautet, dass wir schauen sollten, dass wir trotz der Schließung der Läden so lokal und dezentral wie möglich einkaufen. Und selbstverständlich nicht mit Paypal bezahlen. Dadurch entsteht langfristig eine bessere Verteilung des Geldes und bleibt nicht auf kosten der Kleinen bei den Großen hängen.

Viel freude dabei 😉

Nachtrag: Und kauft unbedingt bei Trigema ein. Da ist noch ein echter Unternehmer, der sagt (sinngemäß) „Wir schaffen das, auch ohne etwas vom Staat zu nehmen“. Das heißt, die haben Rücklagen, die haben Unternehmergeist. Nicht pauschalieren aber über viele sagen kann man, dass andere am Limit wirtschaften und das rächt sich natürlich. Trigema dagegen steht für vieles, was für eine bessere Gesellschaft sorgt.

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