Benutzeroberflächen in LibreOffice

LibreOffice bring schon länger verschiedene Benutzeroberflächen mit. Das heißt, dass man den Ort, die Sortierung und das Verhalten der Buttons und Menüs beeinflussen kann. Im Großen und Ganzen gibt es hierfür drei Bereiche, die man nutzen kann.

  • Den Bereich über dem Inhalt (Klassisch: Menüleiste, Symbolleiste)
  • Den Bereich neben dem Inhalt (die Seitenleiste rechts und/oder links)
  • Den Bereich unterhalb des Inhalts

Natürlich steht es einem fast immer frei, zusätzlich die Seitenleiste einzublenden, weitere Symbolleisten einzublenden und diese anzupassen. Folgende Voreinstellungen liegen in LibreOffice vor. Allerdings geht es spätestens seit Einführung der Register nicht mehr ausschließlich um die Optik und die Position, sondern auch um die Frage, ob die Bereiche kontextabhängig ihren Inhalt ändern.

Die Benutzeroberflächen

Im Folgenden zeige ich die Benutzeroberflächen am Beispiel von dem Textverarbeitungsprogramm LibreOffice Writer.

Kontextabhängig bedeutet stets, ob sich ein Bereich je nachdem, was ich mache, verändert. Beispielsweise kann sich eine Leiste verändern (andere Symbole auftauchen), wenn ich nicht mehr den Text bearbeite, sondern ein Bild einfüge oder eine Tabelle. Die Seitenleiste ist immer kontextabhängig aber nicht immer sichtbar bzw. manchmal unnötig.

LibreOffice mit der Benutzeroberfläche „Symbolleisten“

Die Benutzeroberfläche Symbolleisten gilt wohl als die traditionelle bisherige Ansicht von Officeprogrammen. Oben gibt es eine Menüleiste, darunter die Symbolleisten, die sich mit dem Menüeditor bearbeiten lassen, aber während des Schreibens nicht verändern, nicht kontextabhängig sind. Die Seitenleiste spickt schon rein und der Bereich unterhalb des Inhalts wird ebenfalls mitgenutzt. Wenn eine Tabelle oder ein Bild eingefügt wird, erscheint eine weitere Symbolleiste zur Bearbeitung dieser Objekte. Es ist also im positiven Sinn ein sehr starres Arbeiten, es verändert sich, abgesehen von der Seitenleiste, nichts. Ein Symbol ist immer dort, wo ich es erwarte. Bis Microsoft Office 2003, sah dieses ebenfalls so aus.

Die Benutzeroberfläche Kompakt reduziert die den oberen Bereich auf die Menüleiste und eine Symbolleiste. Ebenfalls verschwindet die Leiste unterhalb des Inhalts. Sehr platzsparend und sicherlich dann sinnvoll, wenn man hauptsächlich Text generiert, ohne viel drum herum und hauptsächlich den Inhalt sehen möchte.

LibreOffice mit der Benutzeroberfläche „Seitenleiste“

Die Benutzeroberfläche Seitenleiste zeigt die Menüleiste an und reduziert die Symbolleiste auf die Verwaltung des Dokuments und das Einfügen von Objekten (Tabelle, Symbole, Bilder usw.). Formatiert werden die eingefügten Objekte und der Textinhalt mithilfe der kontextabhängigen Seitenleiste. Wer niemals zwei Dokumente nebeneinander auf einem kleinen Bildschirm bearbeitet findet hier sicherlich einen schönen Workaround. Ebenfalls dürfte diese Benutzeroberfläche für Appleuser angenehm sein, da Pages ähnlich aufgebaut ist.

LibreOffice mit der Benutzeroberfläche „In Registern“

Die Benutzeroberfläche In Registern ist wohl die größte Veränderung. Abgesehen von den Programmeinstellungen findet alles in den Tabs kontextabhängigen Registern statt. Der Text wird unter Start formatiert, Objekte werden unter „Einfügen“ eingefügt usw. Fügt man eine Tabelle ein, so entsteht ein neuer Tab „Tabelle“ und es wird automatisch dort hin gewechselt, sodass man einfach Zeilen hinzufügen, Farben ändern und eben die Tabelle formatieren kann. Möchte man die Inhalte der Tabelle ändern, so klickt man zurück auf Start und bleibt auch dort, das Programm springt nicht ständig zurück auf den Tab Tabelle, sobald man die Tabelle anklickt.

Durch diesen konsequenten Weg der Kontextabängigkeit muss man sich voll darauf einlassen. Will man die Schrift größer haben, geht das im „Start“ Tab. Ist gerade ein anderer aktiv, so braucht es einen Klick mehr.

Der Vorteil ist zum einen, dass alles sichtbar ist und vieles einfacher erreichbar als über die Menüleiste, beispielsweise das Einfügen von Fußnoten. Und für Windowsuser dürfte es eine Offenbarung sein, da Microsoft Office nach der Version 2003 auf diese Register umgestellt hat, sie nennen es Ribbons. Seither wurden viele Programme in Windows, auch der Dateimanager, auf diese Benutzeroberfläche umgestellt.

Schön ist, dass „Kopieren“, „Ausschneiden“ und „Einfügen“ sehr einfach erreichbar ist. Generell habe ich schon oft erlebt, dass gerade Anfänger mit dieser Oberfläche mehr hinbekommen, als mit den bisherigen Menüleisten.

LibreOffice mit der Benutzeroberfläche „In Registern Kompakt“

Die Benutzeroberfläche In Registern Kompakt zeigt eine herkömmliche Symbolleiste und die Tabs der Register. Es gilt die Logik der Register, sodass diese eine Symbolleiste durch einen Klick auf einen Tab oder eine Kontextveränderung beeinflusst wird. Vielleicht ist es der Kompromiss aus beiden Welten.

LibreOffice mit der Benutzeroberfläche „Gruppiert Kompakt“

Die Benutzeroberfläche Gruppiert Kompakt folgt einer ganz anderen Idee. Es gibt keine Menüleiste, keine Leiste unterhalb des Inhalts und die Seitenleiste ist ausgeblendet. Es gibt pro Thema einen kleinen Bereich, der sich über zwei Zeilen erstreckt. Die jeweils wichtigsten Symbole sind vorhanden und darunter ist ein Auswahlmenü, in dem – vergleichbar mit dem Menü der bisherigen Menüleiste – alle weiteren Formatierungen, Einstellungen und Einfügungen vorgenommen werden können. Sie ist teilweise kontextabhängig, vorhandene Einträge verschwinden nicht, aber wenn man eine Tabelle einfügt, dann taucht zusätzlich so ein Bereich für die Tabelle auf. Es fühlt sich sehr ungewöhnlich an, könnte aber eine richtig gute Idee sein.

LibreOffice mit der Benutzeroberfläche „Kontextabhängig Kompakt“

Die Benutzeroberfläche Kontextabhängig Kompakt zeigt die Menüleiste und eine kontextabhängige Symbolleiste.

Benutzeroberfläche ändern

Auswahl der Benutzeroberflächen durch klick auf das Zahnrad

Je nach gewählter Benutzeroberfläche habt ihr entweder eine Menüleiste, dann geht es über
Ansicht –> Benutzeroberfläche

Oder ihr nutzt eine, bei der es keine Menüleiste gibt, dann findet ihr Rechts ein Zahnrad oder einen „Menü“ Button, bei dem sich dann ein Menü öffnet, bei dem es auch wieder „Benutzeroberfläche“ gibt.

Quellen:

Libreoffice Wikipediaeintrag
Libreoffice offizielle Homepage

2 Gedanken zu „Benutzeroberflächen in LibreOffice

  1. Struppi

    Ich hab LO 5.2.7 auf einem Debian. Ich finde den Eintrag Benutzeroberfläche nicht im Menü Ansicht.
    Heißt „schon länger“ die Version ist zu alt?

    Antworten
    1. Timotheus Beitragsautor

      Hallo Struppi,
      aktuell ist die Version 7.0.4 also kann das sehr gut sein, dass die Damals diesen Punkt noch nicht hatten.

      Falls du bereit bist ein neues Repo zu installieren, dann hilft dir vielleicht diese Anleitung.

      Ansonsten gibt es natürlich auch Flatpaks davon auf Flathub.

      Antworten

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