Archiv des Autors: Timotheus

Debian 10 – installieren und einrichten

Debian ist ein gemeinschaftlich entwickeltes freies Betriebssystem auf Linuxbasis. Für mich der entscheidende Punkt ist, dass es unabhängig von den großen Monopolisten (Microsoft mit Windows und Apple mit iOS) ist. Damit ermöglicht es eine mündige Mediennutzung im Sinne der informationellen Selbstbestimmung und der sozialen Dreigliederung. Natürlich kommt dazu, dass Debian einfach tolle Funktionen hat.
Davor nutzte ich auf meinem Lenovo Thinkpad X230 Ubuntu 18.04 und kurzzeitig 19.04. Positiv an Ubuntu war, dass die Einrichtung auf die Installation von Programmen und deren Einstellung beschränkt war.
Doch auch Debian war nach einem Abend fertig eingerichtet. Denn das erklärte Ziel ist es, so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich zu verändern. Das spart Arbeit, passt zu meinem Temperament, meinen zeitlichen Möglichkeiten und meinen Fähigkeiten.
Folgende Erfahrungen durfte ich machen und diese Lösungen finden.

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Datenschutz bei Drittanbieter-Tastaturen

Im Grunde läuft es bei kommerziellen Angeboten immer gleich. Wenn man nicht den vollen Preis mit Geld bezahlt, bezahlt man teilweise oder ganz mit seinen personenbezogenen Daten. Dabei gibt es stets ein Verhältnis aus „was gebe ich“ und „was bekomme ich“. Manchmal überrascht mich die Statistik, wenn Programme populär werden, die hier ein sehr schlechtes Verhältnis im Sinne von viel geben und wenig bekommen haben.

Das aktuelle Beispiel sind Drittanbieter-Tastaturen für Android und iOS. Ich bekomme eine schöne Tastatur (mit Hintergrundbildchen) und vielleicht irgendeine Zusatzfunktion. Aber eigentlich ist es eben eine Tastatur, fast so wie die, die jedes Handy als Standard mitliefert. Ich gebe aber, und darum der Artikel, personenbezogene Daten von mir preis. Die Tastatur erfährt schließlich alles. Passwörter, Besuchte Seiten im Internet usw. (mal von Spracheingabe oder Passwortmanagern abgesehen). Mal davon abgesehen, dass solche kleinen Apps auch gerne Standorddaten und Inhalte eures Handys an dern Hersteller senden. Auch spielt unter anderem Microsoft wieder mit, die mit Cloud-Diensten und der Tastatur SwiftKey ganz gut beim Datensammeln dabei sind.

Vor der Installation einer App sollte man sich also etwas informieren und eine mündige Entscheidung für oder gegen eine App treffen. Konkret empfielt es sich also:

  • nachzulesen wer hinter dieser App steht und wie derjenige sein Geld verdient
  • die Berechtigungen zu überprüfen und auch wirklich Konsequenzen daraus zu ziehen
  • zu schauen, ob es auch eine freie Alternative gibt (beispielsweise aus dem F-Droid store) oder eine propietäre mit weniger Datenhunger
  • Woher kommt die App. Russland, Europa, Asien oder Amerika. DAvon hängt ab, welchem Datenschutzrecht die Firma unterliegt.
  • sich zu überlegen, ob das Verhältnis aus dem, was ich gebe (personenbezogene Daten) und dem was ich bekomme (schicke Tastatur) wirklich die Installation rechtfertigt

Ich bin durch folgende lesenswerte Artikel auf diese Thematik aufmerksam geworden:
Curius.de und Golem.de

Verantwortungsvoller Mobilfunkanbieter

Die Wahl des Mobilfunkanbieters fällt oft nicht leicht.

  • Je nach Wohnort gilt es ein Netz (D1 – Telekom; D2 – Vodafone; E-Netze – Telefónica) zu wählen, welches am Arbeitsplatz, zu Hause und an anderen wichtigen Orten (guten) Empfang hat.
  • Dann gilt es die Entscheidung zu treffen, ob man direkt zu einem Mobilfunkanbieter mit eigenem Netz geht oder zu einem Mobilfunkprovider (-Discounter).
  • Natürlich kommt es auch auf das zu jedem persönlich passende Tarifmodell an. (Achtung, auch hier gibt es mittlerweile Verträge mit 24 Monaten Laufzeit und der groß beworbene Preis gilt nur für die ersten 12)
  • Dann gibt es noch den verantwortungsvollen Umgang mit Daten und menschlichen Ressourcen, Nachhaltigkeit eben.

Zum letzten Punkt gibt es bisher genau einen Anbieter (von dem ich keinerlei Vorteile dafür bekomme, dass ich diesen Artikel schreibe. Die verlinkten Angebote sind normale Links ohne finanzielle Vorteile für mich): WEtell, der seit Februar 2018 im Aufbau ist.

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Link
Ein einfacher Tipp, wie man sein IPhone etwas Datensicherer bekommt. Es geht um die Apple ID, denn wenn ihr Apps nutzt wird diese an Werbetreibende weitergegeben. Mozilla schreibt, dass man es sich am Besten so vorstellen soll, als ob jeder Verkäufer, bei dem man was gekauft hat einem danach zu anderen Läden hinterher läuft und schaut, was man anschaut und kauft. Der Artikel zeigt, wie man das abschaltet.

Spam von mir an mich

Zur Zeit ist ein recht fieser Spam im Umlauf. Die Mail kommt in der Regel von der eigenen Mailadresse (also oberflächlich) und beinhaltet die Erpressung, dass man bei seinen nächtlichen Onlineaktivitäten durch die Webcam gefilmt wurde und diese Aufnahmen im Falle des nicht-bezahlens veröffentlicht werden. Und so sieht er aus:

Spam

Erstens: Nicht bezahlen. Das ist Spam und kommt nicht wirklich von eurer Mailadresse. Falls doch, habt ihr ein ganz anderes Problem. Natürlich hört sich der Inhalt, gerade für öffentliche Personen, fies an, darf aber ignoriert werden.

Zweitens: Immerhin hat die Überprüfung der Bitcoins der letzten Spammail ergeben, dass noch keine Transaktionen getätigt wurden. Weiter so Vernunft.

Urheberrechtsreform ist durch

Die im Volksmund auf Artikel 13 reduzierte Urheberrechtsreform ist im EU-Parlament verabschiedet worden. Hier geht es darum, dass Plattformen, wie Youtube, Instagram usw. dafür haften sollen, wenn Inhalte hochgeladen werden, die Urheberrechtsverletzungen begehen. Trotz vieler Proteste, wurde auch das Leistungsschutzrecht und der „Uploadfilter“ bestätigt. Enzyklopädien wie Wikipedia wurden ausgenommen.

Viele Menschen sehen es offensichtlich sehr dramatisch und ich persönlich finde es schwer mir eine fundierte Meinung über die Auswirkungen zu bilden
Auf der einen Seite ist es superwichtig, dass das Internet wieder dezentraler wird und die Monopolisten etwas Gegenwind bekommen. Es hat sich ja auch keiner wirklich gewehrt, dass sehr sehr sehr viele Inhalte nicht mehr dezentral auf Blogs und Homepages gespeichert werden, sondern bei wenigen großen Firmen.
Auf der anderen Seite sehe ich die Gefahr darin, dass kleine Firmen, die eine gute Idee haben und älter als 3 Jahre (war das nicht die Altersgrenze) sind, ebenfalls teure Urheberschutzmaßnahmen treffen müssen – was im Grunde Google auch wieder fördern würde, da man von dort sicher solche Programme einkaufen kann.

Hintergrundinformationen

Suchergebnisse der Landeszentrale für politische Bildung:
http://www.bpb.de/suche/?suchwort=Reform+des+Urheberrechts&suchen=Daten+absenden

Der Beschluss des EU Parlaments:
http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/287108/eu-urheberrechtsreform

Presseartikel

Hier findet ihr die Bekanntgabe der Tagesschau:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/urheberrecht-eu-parlament-103.html

Von Golem:
https://www.golem.de/news/urheberrecht-europa-erhaelt-leistungsschutzrecht-und-uploadfilter-1903-140264.html

Von Heise:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Urheberrechtsreform-EU-Parlament-winkt-Upload-Filter-und-Leistungsschutzrecht-durch-4350043.html

Und, was fast spannender ist, die Kommentare unter dem Tagesschau-Artikel:
https://meta.tagesschau.de/id/141360/europaparlament-verabschiedet-urheberrechtsreform

Edit
Weitere Artikel aus dem Netz:
http://Auch andere schreiben darüber https://mg.guelker.eu/articles/2019/04/13/uploadfilter/ (19.04.2019 auf Quintus)

Kleingedrucktes: Das Artikelbild ist von Pixabay (gemeinfrei ohne notwendigem Bildnachweis)

Heute ist Wikipedia nicht nutzbar – aus Protest

Mit folgendem Text protestiert Wikipedia heute gegen die geplante EU Urheberrechtsreform und wünscht sich von den Lesern Unterstützung. Diese kann durch das Anschreiben eines Abgeordneten gegeben werden.

DIES IST UNSERE LETZTE CHANCE. HELFEN SIE UNS, DAS URHEBERRECHT IN EUROPA ZU MODERNISIEREN. Liebe Besucherin, lieber Besucher,
warum können Sie Wikipedia nicht wie gewohnt benutzen? Die Autorinnen und Autoren der Wikipedia haben sich entschieden, Wikipedia heute aus Protest gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform abzuschalten. Dieses Gesetz soll am 26. März vom Parlament der Europäischen Union verabschiedet werden.
Die geplante Reform könnte dazu führen, dass das freie Internet erheblich eingeschränkt wird. Selbst kleinste Internetplattformen müssten Urheberrechtsverletzungen ihrer Userinnen und User präventiv unterbinden (Artikel 13 des geplanten Gesetzes), was in der Praxis nur mittels fehler- und missbrauchsanfälliger Upload-Filter umsetzbar wäre. Zudem müssten alle Webseiten für kurze Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um ein neu einzuführendes Verleger-Recht einzuhalten (Artikel 11). Beides zusammen könnte die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit erheblich beeinträchtigen.
Obwohl zumindest Wikipedia ausdrücklich von Artikel 13 der neuen Urheberrechtsrichtlinie ausgenommen ist (allerdings nicht von Artikel 11), wird das Freie Wissen selbst dann leiden, wenn Wikipedia eine Oase in der gefilterten Wüste des Internets bleibt.
Gegen die Reform in ihrer gegenwärtigen Fassung protestieren auch rund fünf Millionen Menschen in einer Petition, 145 Bürgerrechts- und Menschenrechtsorganisationen, Wirtschafts- und IT-Verbände (darunter Bitkom, der deutsche Start-Up-Verband oder der Chaos-Computer-Club), Internet-Pioniere wie Tim Berners-Lee, Journalistenverbände sowie Kreativschaffende.
Wir bitten Sie deshalb darum, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu kontaktieren und sie über Ihre Haltung zur geplanten Reform zu informieren.
Danke.

Wikipedia 21. März 2019

Der Link führt dann zur Seite der Abgeordneten des Europaparlaments.

Kommentar dazu: Zuerst dachte ich ja, dass das eine Spinnerei der Geschäftsführerin von Youtube sei, dass „Youtube geschlossen wird. Doch etwas eingelesen fand ich heraus, dass es je nach Gremium verschiedene Entwürfe der Gesetzesvorschläge gab. Zwei davon sind total vertretbar, eine allerdings überhaupt nicht.
Mittlerweile kann ich bei dem Protest von Wikipedia mitgehen. Denn es braucht ein neues Greifen der Urheberrechte, es braucht aber auch den Blick auf die Freiheit des Internets und der Pressefreiheit. Ein guter Kompromiss sollte mit möglichst viele Akteuren und ohne wilde Interessen von Wirtschaftsunternehmen erfolgen – Wobei natürlich gute Inhalte auch ein Recht auf Entlohnung haben.

Debianforum.de ist auch offline. Die Zugrundeliegende Aktion kommt mit dem Hashtag #321EUOfflineDay daher.

Was tut sich auf vierzweidrei.de?

Die gesamte Homepage ist auf Fragen ausgelegt, daher ist die Überschrift über den folgenden Neuerungen auch eine Frage. Folgendes hat sich auf dem Blog getan:

  • Die Seiten aus Medienfragen haben nun eine eigene Diskussion und müssen nicht mehr über die Blogfunktion diskuttiert werden.
  • Es gibt eine eigene Seite über die Aspekte, welche herangezogen werden können um Handyapps oder Computerprogramme zu bewerten. Diese findet ihr hier.
  • Beim Artikel über Messenger wurden die im vorherigen Punkt angesprochenen Aspekte entfernt, um bei neuen Themen darauf verweisen zu können.
  • Inhaltlich ist Wire aus den Empfehlungen herausgeflogen und Signal wird als zentraler Messenger und XMPP als dezentrales Protokoll empfohlen.
  • „Was tut sich auf vierzweidrei.de?“ wird hiermit eingeführt.
  • Informationen zum Urheberrecht sind in den Fußzeilenbereich der Beiträge und Seiten unter der Überschrift „Kleingedrucktes“ gewandert.
  • Technisch wurde auf das aktuelle WordPress mit Blocks aktualisiert.
  • Optisch wird nun ein neues Theme benutzt. Es ist ein eigenes von WordPress. Denn erstens sieht es gut aus, zweitens ist es keine Minimalversion mit Kaufoption und ohne eventuellem Datenabfluss an den jeweiligen Anbieter.

Kleingedrucktes
Beitragsbild: Bild von Skitterphoto auf Pixabay