Facebook – Skandal oder hervorsehbare Auswirkung

Am 4. Februar 2004 erblickte Facebook das Licht der Welt. „Damals“ spriesten gerade StudiVZ, Quick aus dem Boden und hielten sich gefühlt in Deutschland sehr lange, denn im Ausland war Facebook viel mehr vertreten als hier. Irgendwann wurde es dann homogen und „jeder“ nutzte es. Natürlich finden sich hinter „jeder“ auch Menschen, die bewusst darauf verzichteten. Sie nahmen in Kauf, dass sie ein klein wenig sozial ausgeschlossen wurden und machten sich ihre ganz eigenen Gedanken. Und genau diese sind es nun, die sich die Titelfrage stellen.

Denn nun ist er da – mal wieder – ein Skandal.
“ … Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App Informationen von Nutzern an die Analysefirma Cambridge Analytica weitergereicht, die unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Dabei geht es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Das erklärt die hohe Zahl der betroffenen Nutzer. An der Umfrage hätten sich lediglich 65 Nutzer aus Deutschland beteiligt, wie Facebook auf Anfrage erklärte. Über die Erfassung der Informationen von Freunden – auch durch Verbindungen zu Nutzern in anderen Ländern – könnten bis zu 309.815 Facebook-Mitglieder aus Deutschland betroffen sein.“ (Quelle: ARD)

Nun schreien viele auf. Datenschützer, Verbraucherschützer, Politiker, Firmen und Facebook entschuldig sich, wo es geht. Doch ist es wirklich so sinnvoll hier und da ein kleines Gesetz zu verabschieden oder an einer kleinen Stellschraube zu drehen? Ist nicht vielmehr das System ansich das Problem? Eine einzige Firma, welche Weltweit eine Community betreibt und zentral aus den meisten Ländern der Erde Informationen über die Nutzer erhält? Ist es wirklich sinnvoll dieses System mit Gesetzen zu belegen? Natürlich ist es das, denn es ist nunmal da aber es sollte auch darüber nachgedacht werden, ob es nicht langfristig viel sinnvoller wäre etwas ganz anderes anzustreben.

Zurück zum Thema. Seit nun 14 Jahren tragen 2 Mrd. aktive Nutzer Informationen zur genannten Community. Name, Geschlecht, Vorliebe, Beziehungsstatus, alltägliches Leben in jeglicher multimedialer Form und viele weitere Informationen. Allzuoft wurden Diskussionen beobachtet, die mit wertvollen Argumenten wie „wir sind doch eh alle Gläsern“ oder „man kann ja doch nichts tun“ endeten. Und nun wagt es eine Firma einen kleinen Teil dieser Informationsflut auszuwerten und die Welt nennt es „Skandal“.

Natürlich lief nicht alles richtig, natürlich darf auch ein „wir hätten es wissen können“ kein illegales Handeln rechtfertigen aber wissen wir wirklich, was Facebook selbst mit all den Informationen macht? Wollen wir es überhaupt wissen? Wollen wir das vorhandene zentralisierte System zur Herstellung von Firmen, welche die Datenweltmacht innehaben, weiter fördern oder auf den Vorteil verzichten, den uns diese Plattform bringt?

Vielleicht wäre es ja ein Anfang, dass die ARD den Facebookbutton und den Auftritt auf Facebook abschafft und aufhört Facebook aus Eigennutz zu fördern. Oder hat die breite Masse recht und Facebook führt zu einem besseren Leben und mithilfe von ein paar Datenschutz-Stellschrauben wird aus dem Drachen ein zahmes Hündchen?

Quellen:
Wikipediaartikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Facebook
ARD Skandalzitat: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/eu-datenschutzverordnung-101.html
An dieser Stelle lohnt es auch die Kommentare auf der verlinkten ARD seite zu lesen.

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